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Krebsliga BernAktuellNeues Angebot: Klettern für Krebsbetroffene

Neues Angebot: Klettern für Krebsbetroffene

Camille Girod, Brustkrebsbetroffene und Klientin der Krebsliga Bern, hat uns inspiriert, einen Kletterkurs anzubieten. Ihre Argumente haben uns vollends überzeugt!

 

 

 

Camille, wie geht es dir?

Es geht mir ganz gut. Seit letztem Sommer konnte ich, nach 1.5 Jahren der Behandlung gegen Brustkrebs, wieder in mein gewohntes Leben einsteigen. Seitdem lebe ich wieder ganz normal und denke (fast) nicht mehr an meiner Erkrankung. Ich geniesse jeden Tag und bin dankbar, dass ich keine bemerkenswerten Folgebeschwerden habe. Ich hatte zuerst eine 6-monatige Chemotherapie, gefolgt von einer doppelseitigen Mastektomie und gleichzeitigem Wiederaufbau mit Eigengewebe. Danach habe ich noch 3 Monate lang eine post-adjuvante Chemotherapie gemacht.

Klettern hat dir während der Krebstherapie in der Krankheitsbewältigung geholfen. Auch jetzt noch kletterst du leidenschaftlich gern. Kannst du uns erzählen wieso?

Das Klettern hat mir Kraft, Zuversicht, Vertrauen, Spass, Freude, Erfolg und Normalität in einer schwierigen Situation gegeben. Es hat mir den Alltag erleichtert: Ich hatte Auszeiten von meiner Erkrankung, Momente, während denen ich nicht an den Krebs dachte. Klettern erfordert Konzentration. Es bietet deshalb die Möglichkeit abzuschalten und seine Sorgen für ein Moment zu vergessen. Durch das Klettern trainierte ich meine mentale Kraft und fasste Selbstvertrauen, Eigenschaften, die für die Krebsbekämpfung sehr wertvoll sind. Als ich merke, dass ich sogar während der Chemotherapie noch klettern konnte, habe ich zu mir gesagt «Wenn ich diese Kletteroute schaffe, werde ich auch den Krebs besiegen!» Überraschenderweise habe ich während meiner Therapie die meisten Fortschritte gemacht.

Für wen eignet sich das Klettern? Muss ich da schon fit und sehr beweglich sein?

Ich habe damals gedacht, dass ich nicht klettern kann, weil ich zu wenig Kraft habe. Beim Klettern ist die Technik fast wichtiger als die Muskelkraft. Mit einfachen Tricks kommt man die Wand «einfach» hoch. Ich staune immer wieder, wie ich «Probleme» an der Kletterwand lösen kann, die ich von unten aus betrachtet für unlösbar gehalten habe. Natürlich helfen Fitness und Beweglichkeit auch beim Klettern, sind aber keine Grundvoraussetzungen. In der Kletterhalle gibt es verschiedene Routen (Übungen) mit unterschiedlichen Niveaus. Man kann sich also den Schwierigkeitsgrad aussuchen. Die einfachsten Kletterrouten haben viele Griffe mit denen jede/r ganz sicher die Wand hochkommt.

Kann Klettern nicht auch gefährlich sein? Zum Beispiel wenn mich plötzlich die Kraft verlässt?

Klettern ist nicht gefährlich, wenn man die Sicherungstechnik lernt und korrekt anwendet. Mit dem heutigen Material stehen sehr gute Sicherungshilfen zur Verfügung. Zentral ist ein bewusster Umgang mit dem Sichern und die Konzentration beim Sichern selber. Das Klettern in der Halle ist grundsätzlich sehr sicher, weil die Gegebenheiten bekannt und vorhersehbar sind. Zudem wird in Zweiergruppen geklettert: Eine Person klettert und die andere sichert. Üblicherweise wechselt man sich ab. So kann man sich nach der Anstrengung beim Sichern körperlich erholen. Und falls man einmal wirklich müde ist und mitten in einer Kletterroute an der Wand nicht mehr kann, besteht immer die Möglichkeit runterzukommen.

Danke Camille! Nun hoffen wir, dass du andere so inspirierst, wie du uns überzeugt hast!

Der Kletterkurs findet im O’BLOC bouldern und klettern am 7./14./21./28. Februar sowie 7./14./21./28. März, 4. und 11. April 2022 um 16.30 Uhr in Ostermundigen statt und wird von Claudia von Euw, einer fundiert ausgebildeten, zertifizierten IGKA* Instruktorin geleitet. Hier geht es zur Anmeldung.

IGKA: Interessengemeinschaft Kletteranlagen

Flyer zum Downloaden