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Krebsliga BernAktuellChancengleichheit im Krankheitsfall

Chancengleichheit im Krankheitsfall

Es war ein sonniger Frühlingstag. Unten im Tal wagte sich das erste zarte Grün aus dem Boden und unsere hohen Berge, an deren Fuss wir leben, strahlten in schönstem Schneeweiss um die Wette. Wie ein Blitz aus strahlend blauem Himmel traf uns die Diagnose. Krebs. Krebs in bereits fortgeschrittenem Stadium bei einem jungen Menschen, Ehemann, Vater von kleinen Kindern. Der Moment hat sich eingebrannt in meiner Erinnerung und in meinem Herzen. Wir alle wussten nicht, was nun auf das erkrankte Familienmitglied und auf uns als Familie zukommt. Aber wir wussten auf einen Schlag: Das Leben wird ab sofort ein anderes. Es wird nie mehr so, wie es war.

Die Diagnose Krebs im familiären Umfeld war für mich und ist für die meisten Menschen ein Schock. Die Zeit steht für einen Moment still und doch muss es weitergehen. Nichts ist wie vorher, und je nach Lebenssituation stellen sich viele grosse Fragen: Wie sage ich es meinen Kindern und meinem Partner oder meiner Partnerin? Schaffen wir das finanziell? Wie reagiert mein Arbeitgeber? Bin ich vor Kündigung geschützt? Wie soll ich den Alltag bewältigen? Wer schaut zu den Kindern, wenn ich in Therapie bin oder immer schwächer werde? Wer hilft meinen Liebsten die schwere Last tragen? Muss ich sterben? 

Aus persönlicher Erfahrung weiss ich, wie wichtig es ist, dass es eine Organisation gibt, die den Betroffenen bei der Beantwortung von Fragen zur Seite steht. Krebs betrifft nicht nur die Gesundheit, sondern jeden noch so kleinen Ast unseres Alltags, unseres Lebens. Unser Selbstverständnis wird zutiefst erschüttert. Der strahlende Tag wird zum finsteren Tal. Und genau dafür braucht es die Krebsliga Bern mit ihren Angeboten. Auch ich habe in diesen ersten Tagen mit der Krebsliga telefoniert. Fragen gestellt, Unterlagen und Adressen erbeten. Obwohl dieses Gespräch natürlich an der grossen Katastrophe rein gar nichts verändern konnte, hat es mir sehr geholfen. Die Krebsliga ist oft das erste verständnisvolle, einfühlsame Ohr, das zuhört und sehr oft auch die erste Stelle, die in verständlichen Worten informiert und berät. Ja, die Krebsliga informiert, berät und unterstützt Krebsbetroffene und deren Angehörige in allen Belangen einer Krebserkrankung. Bei Bedarf unterstützt sie die Betroffenen auch administrativ oder finanziell. Denn ist ein Haushaltsbudget bereits knapp, führt eine Krebserkrankung nicht selten auch zu grossen finanziellen Problemen. Und manchmal hören die Mitarbeitenden in einem für Betroffene entscheidenden, verzweifelten Moment einfach nur zu, wenn ein offenes Ohr dringend benötigt wird. Mir und meiner Familie war die Krebsliga in einer schweren Zeit eine grosse Stütze.

Als Politikerin ist mir aber noch ein weiterer Aspekt sehr wichtig: Die Krebsliga Bern steht allen Krebsbetroffenen offen, ihre Dienstleistungen sind kostenlos und niederschwellig zugänglich. Damit setzt sie sich dafür ein, dass alle Menschen Zugang zu unserem Gesundheits- und Sozialwesen erhalten.  Sie vertritt die Interessen aller Krebsbetroffenen und ihren Angehörigen, unabhängig von Herkunft und sozialem Status. Das ist unendlich wertvoll. Eine schwere Erkrankung trifft alle hart. Da ist es von unschätzbarem Wert, wenn alle die gleich starke Unterstützung haben.

Ich setze mich als Bildungsdirektorin für Chancengleichheit in der Bildung ein, die Krebsliga Bern für Chancengleichheit im Krankheitsfall. Chancengleichheit ist mir wichtig. Chancengleichheit müsste selbstverständlich sein und ist es in vielen Bereichen noch lange nicht. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.

Ich danke der Krebsliga Bern von Herzen für ihre wertvolle Arbeit, sie ist für viele betroffene Menschen eine grosse Stütze und ein Lichtblick in dunkler Zeit.

 

Christine Häsler, Regierungsrätin, Bildungs- und Kulturdirektion Kanton Bern