krebsliga_aargaukrebsliga_baselkrebsliga_bernkrebsliga_bern_dekrebsliga_bern_frkrebsliga_freiburgkrebsliga_freiburg_dekrebsliga_freiburg_frkrebsliga_genfkrebsliga_genf_newkrebsliga_genf_new_mobilekrebsliga_glaruskrebsliga_graubuendenkrebsliga_jurakrebsliga_liechtensteinkrebsliga_neuenburgkrebsliga_ostschweizkrebsliga_schaffhausenkrebsliga_schweiz_dekrebsliga_schweiz_fr_einzeiligkrebsliga_schweiz_frkrebsliga_schweiz_itkrebsliga_solothurnkrebsliga_stgallen_appenzellkrebsliga_tessinkrebsliga_thurgaukrebsliga_waadtkrebsliga_wallis_dekrebsliga_wallis_frkrebsliga_zentralschweizkrebsliga_zuerichkrebsliga_zug
Krebsliga BernAktuellKunst als Begleiterin
News

Kunst als Begleiterin

11. März 2026

Kunst kann unterstützen, entlasten und neue Zugänge eröffnen – gerade dann, wenn Worte fehlen oder der Alltag schwer geworden ist.

Malen, Schreiben, Collagieren oder das Sammeln von Alltags­schnipseln: Kreatives Gestalten hilft, Erlebtem Ausdruck zu verleihen und innere Prozesse sichtbar zu machen. Besonders in Zeiten von Krankheit kann Kunst ein persönlicher Begleiter sein – ohne Leistungsdruck und ohne «richtig» oder «falsch». Wie ein solcher kreativer Prozess konkret aussehen kann und welche Erfahrungen dabei im Mittelpunkt stehen, darüber haben wir mit Christa Reusser, Kunsttherapeutin und Pädagogin, gesprochen. Sie leitet den Workshop «Mein Begleitbuch».

Viele Menschen macht eine Krebserkrankung sprachlos. Was kann Kunst ausdrücken, wofür Worte manchmal fehlen?
Mit Formen, Farben und Bildern lassen sich Gefühle ausdrücken, die sich mit Worten manchmal nur schwer fassen lassen. Sobald wir künstlerisch tätig sind, kommen wir ins Handeln – und das steht in einem heilsamen Gegensatz zu einer Krebserkrankung, die sich oft wie ein Ausgeliefertsein anfühlt.

Auf einem Bild können wir zum Beispiel Unordnung aufräumen, Wünsche und Träume sichtbar machen oder verarbeiten, was wir erlebt haben. Belastende Emotionen finden eine Gestalt, eine Form und eine Farbe – ohne kommentiert oder bewertet zu werden. Manche Menschen empfinden es bereits als sehr befriedigend, beschriebene Seiten in einer wohltuenden Farbe zu übermalen. Im Tun kommen wir in Kontakt mit uns selbst und mit unseren eigenen Bedürfnissen.

Viele Menschen sagen von sich: «Ich bin nicht kreativ». Was entgegnen Sie diesen Zweifeln?
Kreativität wird oft mit der Fähigkeit zu zeichnen gleichgesetzt – dabei ist sie vielmehr etwas, das jeder Mensch von Grund auf besitzt. Jedes Kind kommt mit Erfindergeist, Neugier und Schöpferkraft zur Welt. Kreativität bedeutet, neue Ideen zu entwickeln, Lösungen für Probleme zu finden und ungewöhnliche Möglichkeiten zu entdecken und auszuprobieren.

Schwierige Zeiten – wie eine Krebserkrankung – erleben wir oft als bedrückende Enge. Kreativität lädt ein zum Spielen, zur Grosszügigkeit und zum Experimentieren – in der Hoffnung, dass sich in dieser Enge ein wenig Spielraum eröffnet.

Ich gebe in der Kunsttherapie Aufträge, die für alle machbar sind, auch für Menschen ohne künstlerische Erfahrung. Die Collage ist so ein Beispiel. Man bedient sich an bereits vorhandenen Bildern und Farbflächen und kombiniert sie, wie man möchte.

Für wen ist der Workshop «Mein Begleitbuch» geeignet und was wünschen Sie sich, dass die Teilnehmenden daraus mitnehmen?
«Mein Begleitbuch» richtet sich an Krebsbetroffene und Nahestehende, die etwas für sich selbst tun, und sich durch die Krankheit begleiten möchten. Der Workshop unterstützt Menschen, die der Krankheit einen Platz geben wollen, sich damit beschäftigen möchten, aber auch diejenigen, die wieder entdecken möchten, was sie sonst noch ausmacht.

Für Nahestehende von Krebsbetroffenen schafft das Buch einen Ort, an dem das eigene Erleben einen Platz findet. Offenheit und Neugier gegenüber gestalterischen Methoden sind von Vorteil. Es braucht weder Vorwissen noch künstlerische Kenntnisse.

An den vier Abenden – und in der Zeit dazwischen – gibt es Anleitungen zum Gestalten und Schreiben, aber auch Raum für individuelle Prozesse. Mein Wunsch ist, dass die Teilnehmenden ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen, einen ganz eigenen Weg finden, mit der Krankheit umzugehen, und dabei neue Ressourcen entdecken.

Eine Teilnehmerin eines früheren Begleitbuchkurs hat es einmal so ausgedrückt:

«Das Buch bedeutet mir sehr viel. Es ist wie eine Begleiterin, ein Gegenüber. Wertschätzung für mich und meinen Weg.»

Wer neugierig ist, den eigenen kreativen Ausdruck zu entdecken, findet im Workshop «Mein Begleitbuch» Raum, Ideen auszuprobieren und persönliche Gestaltung zu erleben – begleitet von professioneller Anleitung in einer kleinen Gruppe.

Kunsttherapie ist bei den meisten Krankenkassen (Zusatzversicherung) als Komplementärmedizin anerkannt (ZSR-Nr. R856364).

 

Leitung: Christa Reusser, Kunsttherapeutin und Pädagogin – atelierimtanzraum.ch
Zeit: 18.30–20.30 Uhr
Ort: Atelier im Tanzraum, Mattstettenstrasse 9, 3303 Münchringen bei Jegenstorf
Kosten: CHF 180 für Mitglieder, CHF 200 für Nicht-Mitglieder
Anmeldung: Bis Dienstag, 5. Mai 2026 (der Kurs ist nur als Ganzes buchbar)

Zur Anmeldung