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Krebsliga BernAktuellNeulich in der Beratung: Zwischen Arbeitsdruck und Erschöpfung
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Neulich in der Beratung: Zwischen Arbeitsdruck und Erschöpfung

10. Juni 2026

In unserer Beratung begegnen uns Menschen mit unterschiedlichen Lebenssituationen und Herausforderungen. Hier geben wir Einblick in unseren Beratungsalltag und zeigen anhand konkreter, anonymisierter Beispiele, wie wir unterstützen und welche Themen uns beschäftigen.

Die Situation
Nach Krebstherapien und einem erneuten Rezidiv sucht eine selbstständig erwerbstätige Person Unterstützung bei uns. Auch während der Behandlungen arbeitet sie weiterhin Teilzeit, was eine grosse Belastung darstellt. Obwohl medizinisch wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert wird, leidet sie unter Erschöpfung, Überforderung, Perspektivenlosigkeit und Existenzängsten. Im Gespräch zeigt sich, wie belastend die Situation geworden ist.

Was belastet im Alltag?

  • Die onkologischen Therapien sind abgeschlossen, dennoch fühlt sich die Betroffene erschöpft und nicht leistungsfähig.
  • Für die psychische Verarbeitung bleibt lange wenig Raum. Verdrängte Gefühle und emotionale Belastungen holen sie nun ein.
  • Jahrelanges Funktionieren im Geschäftsalltag – auch während der Behandlungen.
  • Hoher Druck, das Geschäft wieder aufzunehmen und den Lebensunterhalt zu sichern.
  • Zusätzliche Belastung durch Nebenwirkungen der Anti-Hormontherapie.
  • Angst vor Rückfällen und medizinischen Kontrollen prägt den Alltag zusätzlich.


Wie unterstützt die Krebsliga Bern in diesem Fall konkret?
Gemeinsam strukturieren wir die aktuelle Situation, benennen Bedürfnisse und erarbeiten konkrete Handlungsmöglichkeiten.

  • Beratung zur Arbeitsfähigkeit: wir weisen darauf hin, dass Onkologen nur die körperliche Arbeitsfähigkeit einschätzen, dass es jedoch bei einer Krebserkrankung auch eine psychische Komponente gibt. Wir ermutigen die Betroffene ihre Erschöpfung und Verzweiflung ihrem Hausarzt anzuvertrauen. Der Hausarzt erkennt den Ernst der Lage und bespricht mit ihr eine Krankschreibung. Er begleitet sie ärztlich durch die nächsten Wochen.
  • Finanzielle Klärung: wir zeigen auf, welche Ansprüche auf Krankentaggeld bestehen, um für die Dauer der Krankschreibung die finanzielle Situation vorübergehend zu entlasten.
  • Wissensvermittlung: wir klären sie über «Cancer related Fatigue» auf, informieren zu Therapiemöglichkeiten, um die Belastung der Nebenwirkungen der Anti-Hormontherapie zu reduzieren und empfehlen mit einer Psychoonkologin oder einem Psychoonkologen die Verarbeitung der Erkrankung sowie den Umgang mit Kontrollen und der Angst vor Rückfällen zu thematisieren.
  • Selbstfürsorge-Strategien: wir sprechen darüber, wie und wo sie auftanken kann und was ihr guttut. Wir bestärken sie auf ihre Gefühle und Bedürfnisse zu hören und weiterhin auf Pausen und Bewegung zu achten und bekannte Atemtechniken anzuwenden.


Was verändert sich dadurch?

  • Durch unsere Begleitung entwickelt die Betroffene eine Perspektive für nachhaltige Verarbeitung, Genesung und eine schrittweise Rückkehr in den Berufsalltag.
  • Die Beratung gibt ihr Klarheit über ihre Bedürfnisse.
  • Die Krankschreibung entlastet sie kurzfristig vom Druck, sofort wieder voll arbeitsfähig sein zu müssen, während die finanzielle Absicherung durch das Krankentaggeld ihr Sicherheit gibt.
  • Durch die Vermittlung von Wissen und Kontakten zu Fachpersonen kann sie ihre Ängste gezielt aufarbeiten.
  • Sie fühlt sich entlastet, hört auf ihr Gefühl und nutzt Selbstfürsorge-Strategien wie Pausen, Bewegung oder Atemtechniken.
  • Mittelfristig strebt sie eine schrittweise Rückkehr in den Berufsalltag an – gestärkt und mit einer realistischen Perspektive.

Genau dort setzt unsere Beratung an: zuhören, entlasten, gemeinsam sortieren und neue Perspektiven entwickeln.